Entdeckungsreise Fasten

Fasten – Die Seele neu entdecken

Viele positive Eigenschaften und Erfahrungen werden dem Fasten zugeordnet. Eine richtige Fastenkur ist ein freiwilliger, zeitlich begrenzter Verzicht auf Nahrungsmittel und hat  nichts mit Hungern zu tun. Es gibt verschiedene Arten des Fastens mit unterschiedlichen Schwerpunkten.

Um es vorweg zu nehmen: Fasten sollte als eine innere Reinigung und Neuorientierung  verstanden  werden und nicht als Entschlackung und Gewichtsreduktion!  Der Körper bildet in dem Sinne keine `Schlackenstoffe`. Wer nur kurz ein paar Kilos verlieren möchte und nicht  mit dem Kopf dabei ist, verwechselt das Fasten mit dem Hungern. Wer hungert quält sich und hat durch den JoJo-Effekt oft mehr wieder drauf als vorher. Auch kann eine „Null-Diät“ der Einstieg in eine Essstörung bedeuten. Selbstverständlich ist Fasten nur für Gesunde geeignet.

Egal welche Art des Fastens sie wählen, beginnt man immer mit Einleitungstagen, bei denen in den ersten zwei Tagen schon einmal weniger gegessen wird. Das eigentliche Fasten beginnt mit der Abführung. Über die Einnahme von Glaubersalz oder einem Einlauf erfolgt die Darmentleerung. Danach stellt der Körper auf Fasten um. Ein Einlauf zwischendurch mit warmen Wasser und evtl. physiologischer Kochsalzlösung hilft bei auftretenden  Hungergefühle oder andere Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen oder Schwindel.

Geeignet ist eine Dauer von Fünf bis 14 Tage. Kürzere Fastenzeiten (wie ein Tag pro Woche) sind nur dann sinnvoll, wenn der Organismus gelernt hat, sich rasch umzustellen. Sonst verschafft man sich Hungertage, die vielleicht dem Körper, aber sicher nicht der Seele auf Dauer gut tun.

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten des Fastens.

Bei dem Heilfasten nach dem Arzt Dr. Otto Buchinger (1878–1966) handelt es sich um ein modifiziertes Heilfasten, bei welchem  Obstsäfte, Honig und Gemüsebrühe (bis. 250 kcal pro Tag) aufgenommen werden. In Kliniken werden sinnvoller Weise  zusätzlich Ernährungsschulungen, Bewegungs- und Stressbewältigungsprogramme mit angeboten.

Bei der Mayr-Kur, benannt nach dem österreichischen Arzt Dr. F.X. Mayr, steht die Darmreinigung im Vordergrund. Durch eine Milch-Semmel-Diät wird das  Ess -, Kau- und Trinkverhalten geschult . Begleitend gehört  zum Konzept eine tägliche Bauchmassage.

Die Schroth- Kur , benannt nach ihrem Begründer, dem schlesischen Bauern und Fuhrmann Johann Schroth, ist ein abgeschwächtes Fasten. Hierbei werden trockene Brötchen, Getreidebreie und Trockenobst verzehrt. Es dürfen Obst- und Gemüsesäfte getrunken werden.

Molke-Fasten ist eine modifizierte Form der Nulldiät. Es werden zusätzlich zu verschiedenen Fastentees 1–1,5 Liter Kur-Molke (eine mit Eiweiß und Kohlenhydraten angereicherte Molke) in kleinen Portionen über den Tag verteilt getrunken.

Fastentage eignen sich nur in einer ruhigen Zeit. Der Fastende kann zwar arbeiten und seinen täglichen Alltag gut absolvieren, aber die Möglichkeit ausgiebiger Körperpflege, Spaziergängen oder Leberwickel (feuchtes Handtuch um den Bauch gelegt,mit einer Wärmflasche zusätzlich wärmen) unterstützen sehr. Der Fastende braucht mehr Zeit für sich.

Homöopathie und Akkupunktur können eine Fastenkur sehr gut unterstützen.

Fasten Sie beim ersten Mal nicht allein sondern suchen sich eine fachmännische Betreuung durch ihren Arzt oder Heilpraktiker.

Wer aus Gründen der inneren Reinigung  und Klärung fastet, erlebt das Heilfasten als ein Impuls für eine Änderung des eigenen Lebensstils. Die positiven Erfahrungen einer Heilfastenkur führen zu einer gesundheitsbewussteren Lebensführung und einer Änderung der Ernährungsgewohnheiten. Durch den  völligen oder auch teilweisen Verzicht auf Nahrungsmittel wird der Blick auf die alltäglichen Dinge verschärft.  Essen hält Leib und Seele zusammen. Ohne  Essen bekommt die Seele neue Entfaltungsmöglichkeiten. Begrenzende Glaubenssätze können neu sortiert und losgelassen werden. Ich merke, wie ich auch ohne Essen Konzentriert und Leistungsfähig bin. Dieses Erleben macht frei und es fällt auf, wie viel wir uns mit dem Essen an sich, der Planung und Zubereitung der Mahlzeiten beschäftigen oder wie uns die Werbung beeinflusst. Wer lässt sich nicht von Sonderangeboten im Supermarkt verleiten und kauft doch lieber eine Packung mehr als geplant. Genussgifte wie Alkohol, Zucker oder Schokolade bekommen nach dem Fasten einen neuen Stellenwert. Diesen Effekt merken auch schon viele, die das christliche Fasten von Aschermittwoch bis Ostern zelebrieren und „sieben Wochen Ohne“   z.B. auf Alkohol verzichten. Erst da fällt auf, wie oft wir Alkohol angeboten bekommen oder wie es sich anfühlt, wenn wir uns auf „ein Bier “ mit Freunden treffen.

Beim Fasten gibt es Vieles zu Entdecken!

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.